Zum Eingehen ging's dann vor Betriebsbeginn die Piste hoch zur Mittelstation der Rendelbahn. Dort verhüllte dichter Nebel die Sicht. Aber kurz vor der Riffelscharte war das Ende des Nebels erreicht und bei strahlendem Sonnenschein konnte man die Berge der Lechtaler und des Verwalls sehen.
Die Ski an dem Rucksack befestigt, Klettersteigausrüstung angezogen, so konnte ich dem Pistentrubel entfliehen und über den Arlberger Winterklettersteig zur Rendelspitze aufsteigen. Inzwischen hat sich der Nebel an der Mittelstation verzogen und von dort dröhnte Thunderstruck 800hm hoch zum Grat der mit dicken Drahtseilen gut versichert ist. Vom Gipfel ging's nach Süden runter zur Roßfallscharte.
Paar Snowboarder waren auch unterwegs hierher um abseits der Piste abzufahren. Wie oben schon erwähnt hatte ich aber nicht viel Zeit und fuhr direkt Richtung Piste ab zum Parkplatz, da ich noch zur Kaltenberghütte aufsteigen musste.
Nachdem die Lifte geschlossen waren erreichte ich die flache Querung nach Westen. Nun folgte ein langer Hatscher zur Hütte.
Aber im krassen Gegensatz zum Vormittag war ich jetzt ganz allein und genoss die Ruhe. Als ich die letzten Meter von Westen rauf zur Hütte stieg lag diese im warmen Licht der Abendsonne.
Schnell war der Ofen eingeheizt, Wasser gekocht und beim Abendbrot konnte ich dem Sonnenuntergang zuschaun.
Unterwegs korrigierte ich nur meinen Blutzucker mit Katjes aber jetzt gab's a gutes Vollkornbrot mit Schinken. Vorsichtshalber hab ich weniger Insulin als sonst (Abendbrot nach 3/4h Radfahrn) gespritzt.
Nachdem ich meinen Rucksack gepackt und Tee für den nächsten Tag gekocht hatte legte ich mich in den Schlafsack. Leider war es dem Blutzuckermessgerät zu kalt. Ich legte es in den Schlafsack und schlief ein. Als ich in der Nacht aufwachte stellte ich fest, dass es anscheinend immer noch zu viel Insulin war.
Deshalb spritzte ich zum Frühstück a bißerl weniger. Das Queren der verharschten Hänge war a bißerl mühsam. Ich aß noch einen Apfel den ich wegen des wenigen Insulins noch aufgehoben hatte und erreichte dann die Skispur, die Einheimische schon angelegt hatten. Ruckzuck warn wir auf dem Krachen und konnten zum Fuß des Kaltenbergs in bestem Pulverschnee abfahren. Nachdem Aufstieg über den Gletscher zum Skidepot waren die letzten Meter hoch zum kleinen Gipfel des Kaltenbergs noch zu klettern.
Da es ein herrlicher Samstag war füllte es sich hier oben zunehmend. Irgendwie waren es mir dann doch zu viele Leute hier und ich zog es vor durch den unverspurten Pulver runter zu carven. Nach dem Gegenanstieg zum Krachen konnte ich weiter bis zur Hütte carven, mein zurückgelassenes Gepäck mitnehmen und nach Stuben abfahren.
Am Nächsten Morgen kam die Sonne wieder raus. Um möglichst wenig Insulin zu spritzen wartete ich mit dem Großteil meines Frühstücks bis kurz vor dem Abmarsch. In der Sonne stiegen wir auf zum Hochwildehaus und mit leichtem Gepäck über den Gurgler Ferner in 2 Seilschaften hinauf zur Hochwilde. In einer Seilschaft die jungen und in der anderen die älteren. Die Seilschaft mit den jungen brauchte trotz höherer Spitzengeschwindigkeit wegen der größeren Anzahl an Pausen a bißerl länger. Vor dem Anseilen schau ich, dass ich wenn's passt noch meinen Zucker messe, da sonst alle auf mich warten müssen.
Nach dem Abendbrot ist um 22 Uhr Hüttenruhe. Da die Auffülleffekte nach einer Bergtour immer unterschiedlich ausfallen spritze ich das Basalinsulin erst nach 2:30 Uhr damit ich in der Nacht da durch keinen Unterzucker bekomme und außerdem wirkt es dann beim Frühstück noch a bißerl.
Dafür war der nächste Tag wieder einfacher. Nachdem wir unser Gepäck zur nahen Similaun Hütte hochgetragen hatten spazierten wir mit minimaler Ausrüstung in einer großen Seilschaft hoch zum Similaun. Dort oben konnten wir einen Großteil der Ötztaler Berge sehen und die lange Rast dort oben genießen.
Da die Similaun Hütte bereits auf über 3000 Meter liegt ließen wir uns Zeit mit dem Abmarsch und ich hatte noch Zeit für einen Spaziergang, damit mein Blutzucker nicht zu stark ansteigt nach dem üppigen Frühstück.
Dann ging's mit Gepäck hoch zum Hauslabjoch.
Ohne Gepäck aber im festen Granit und bei super Wetter kletterten wir auf die Fineilspitze. Dem Hannes gefiel's so gut dass ihn keiner einholen konnte. Oben erwartete uns dann noch ein prächtiger Rundblick zur Weißkugel und die anderen Ötztaler Berge.
Nach Abstieg zum Hochjochhospitz und Nächtigung wanderten wir in der Vormittagssonne hoch zum Kesselwandferner und über diesen gemütlich rauf zum Fluchtkogel.
Der Abstieg zur Vernagthütte war recht kurz und so blieb noch genügend Zeit sich vor dem nächsten Tag zu erholen. Die Etappe über das Brochkogeljoch und die Mittelbergscharte zur Braunschweiger Hütter war die längste der Tourenwoche.
Dank der genauen Wetterprognose aus Innsbruck konnten wir ausschlafen und brauchten nicht um 5 Uhr losgehen, da es noch regnete.
Im letzten Regen stiegen wir hoch zum Vernagtferner. Es hörte auf zu regnen und die Sonne verdrängte immer mehr die Wolken. Gemütlich spazierten wir auf dem aperen Vernagtferner Richtung Brochkogljoch bis zum Neuschnee.
Ab da stapften wir in 2 Seilschaften bis unters Brochkogeljoch.
Die letzten Höhenmeter rauf zum Joch stiegen wir vorsichtig die lockeren Steine hoch. Nach einer Brotzeit auf dem Brochkogljoch stapften wir wieder in 2 Seilschaften im Neuschnee vorbei an der Brochkogl Nordwand Richtung Wildspitze. Angesichts des Neuschnees, der durch die Sonne immer sumpfiger wurde und der Zeit fiel diese dieses mal leider aus.
Beim Abstieg über den Taschachferner mussten wir an manchen Stellen vorsichtig über die großen Löcher im Gletscher gehen. Da wir aber in jeder Seilschaft recht viele waren, konnte uns nicht viel passieren. Kurz vor dem Mittelbergjoch hab ich mich auf dem Gletscher in ein "Nichtschwimmer Becken" verlaufen :-( und durfte den restlichen Weg mit wassergekühlten Füßen zurücklegen).
Vom Mittelbergjoch konnten wir in weiter Ferne die Braunschweiger Hütte sehen. Aber auf dem aperen Mittelbergferner brauchten wir kein Seil. Wir stiegen und queren diesen recht zügig ab. So erreichten wir die überfüllte Hütte noch rechtzeitig zum Abendessen.
Bei der Hütte machten wir ne kurze Brotzeit. (Mein Zucker war etwas zu niedrig und ich aß einen Apfel.) Dann ging's hoch in die Rote Rinne. Der Altschnee dort war fest, so gewannen wir einfach und schnell Höhe. Allerdings lag recht wenig Schnee am Ende der Rinne so dass der Ausstieg nicht so einfach war:
vereiste nach unten geschichtete Felsen; aber nach dem 2.Versuch hatten wir die Stelle überwunden und konnten zu den Drahtseilen hoch steigen. Bei der nächsten Brotzeit konnten wir den von der Sonne beschienenen Gipfel sehen. Ich aß 2 Gelbe Rüben (die Balaststoffe verhindern, dass die Kolenhydrate schnell ins Blut gehen, aber im Aufstieg helfen sie Unterzucker zu verhindern).
Durch einen steilen Riss führte der Weg dann auf die fast schneefreie Südseite. Bald danach erreichten wir den Gipfel.
Dort oben schauten wir ausgiebig nach allen Seiten auf die Bergwelt und den Chiemsee.
Als wir dann wieder runter stiegen wurde das Licht der Nachmittagssonne immer wärmer.
Den Abstieg in die Rote Rinne wollten wir aber noch im Tageslicht schaffen. Dieser war zum Glück runter zu einfacher als rauf.
Dann konnten wir gemütlich die Rinne runterfahren und den Anblick der Berge im warmen Licht der untergehenden Sonne genießen. Bergtouren im Spätherbst sind doch die schönsten.
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Während des Abstiegs nahm ich 3 Euro-Münzen (Katjes): 1 BE. Im Gegensatz zum Mountainbiken wo ich nach 2-3 h immer wieder in Unterzucker komme, ist das Bergsteigen recht angenehm.
Beim Mountainbiken hab ich auch schon mit Nüssen experimentiert: Nachdem ich Abends ~500 g Nüsse gegessen hab :-( und da durch schon in der Nacht relative hohen Zucker hatte kann ich am Vormittag ne ganze weile Mountainbiken aber ab 3h fällt dann auch wieder der Zucker ab. Selbst ohne Frühstück und Insulin komm ich nicht weit über 3 h hinaus und die Spritzigkeit beim Biken leidet darunter auch. |
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