IDAA: Internationale Vereinigung Diabetischer Sportler



Diabetes- und Sport-Forum

CGM Freestyle Navigator, Erfahrungsberichte

Autor Nachricht
Verfasst am: 04. 12. 2011, 19:28
Petra
Dabei seit: 02.02.2011
Beiträge: 5
Hallo Andreas,

war es bei Deinem Testtragen möglich, den Dexcom Sensor länger als die Planzeit zu tragen?

Vielen Dank und viele Grüße

Petra
Verfasst am: 05. 12. 2011, 10:04
Andreas
Dabei seit: 30.05.2009
Beiträge: 526
Ja, ich habe zweimal 14 Tage problemlos hinbekommen. Am Arm wurde er nach guten und präzisen Tagen (5. - 12. Tag) am Ende jedoch wieder ungenau, am Arm behielt er das gute Niveau der zweiten Laufzeit.

Problematisch ist - bei mir! - das Tragen am Arm. Die Fettschicht ist wohl definitiv zu klein: Von 4 Sensoren hat nur einer am Arm funktioniert, die anderen meldeten sich während der zweistündigen Blindphase nach dem Setzen mit "Sensorfehler" ab und beendeten die CGM-Sitzung. 2sad.gif

Schade, den Sensor nämlich ausschließlich am Bauch zu tragen, das möchte ich nicht.

Viele Grüße,
Andreas
Verfasst am: 10. 12. 2011, 11:01
Michael77
Dabei seit: 10.12.2011
Beiträge: 3
Hallo zusammen! Habe mich heute neu angemeldet und will mir nach einer starken Hypo mit KKH-Aufenthalt im Anschluß unbedingt ein Gerät zur dauerhaften Glucosemessung anschaffen.
Ich spiele leistungsmäßig Tennis und Tischtennis und habe demzufolge (leider) null Fett an den Armen - welches Gerät würdet ihr mir denn dann empfehlen? Ist denn der Navigator überhaupt lieferbar? der wäre mir nämlich nach meinen Recherchen wohl am liebsten.... ich denke auch, daß ich zumindest einen zuschuß von meiner Beihilfe (öff. Dienst bekommen würde, ansonsten wäre es mir auch wert, die Kosten komplett zu übernehmen). Danke schonmal für euere antwort und Grüße aus dem Berchtesgadener Land

Michael
Verfasst am: 10. 12. 2011, 12:50
Detlef
Dabei seit: 05.09.2010
Beiträge: 145
Hallo Michael,

herzlich willkommen!
Ich verwende seit fast einem Jahr den Navigator und bin sehr zufrieden. Ich habe auch wenig Unterhautfett, sodass ich am Bauch das Insulin nur mit der Kindernadel in die Falte spritze. Aber am Oberarmrücken habe ich noch nie Probleme gehabt, dass der Sensor den Muskel berührt hätte und somit einen Sensorfehler oder falsche Messwerte liefern würde.
Die Beamtenbeihilfe (SH und meines Wissens auch Berlin) erstattet die Anschaffung und laufende Kosten ohne Probleme.
Selbst wenn man die Hälfte der Kosten selber tragen müsste und auf eine Tragedauer von 10-15 Tagen umrechnet, liegt man nur noch bei 2-3€ am Tag. Für die erhöhte Lebensqualität aufgrund der nur noch geringen Anzahl von Hypos ist das ein sehr geringer Preis.

Detlef
Verfasst am: 11. 12. 2011, 09:27
Andreas
Dabei seit: 30.05.2009
Beiträge: 526
Hallo Michael!

willkommenimforum.gif

Detlefs Erfahrungen kann ich nur bestätigen, der Freestyle Navigator funktioniert am Arm auch bei sehr wenig Fettgewebe. Ich hatte noch nie dort Probleme, die vom Setzen herrührten. Er hat auch den kürzesten Sensor aller auf dem Markt befindlichen Systeme!

Anders ist es bei der animas vibe, die ich gerade ausprobiere: Der mit der Insulinpumpe verwendete Dexcom-Sensor der 4. Generation lässt sich an meinem Arm nicht ohne Weiteres tragen, von vier dort platzierten Sensoren lief nur einer. Als ich vor eineinhalb Jahren mal das "normale" Dexcom-System ausprobierte, hatte ich diese Probleme allerdings nicht, beide Sensoren liefen am Hinterarm im Rahmen der systembedingten Schwächen gut (vgl. Test von breschdling hier im Forum).

Als Hamburger Beamter profitiere ich auch von der Kombi private Krankenkasse + Beihilfe, denn beide übernehmen alle Kosten. Vor dreieinhalb Jahren war dafür nur zwei Telefonanrufe und ein Rezept nötig! 1smile.gif
Ich wünsche Dir, dass das auch in Bayern so unkompliziert läuft. Ansonsten gibt es auch eine Anwältin, die sich gerade darauf spezialisiert, CGM-Kostenerstattungen einzuklagen und durchaus Erfolge aufzuweisen hat.

Vor Lieferengpässen war man bei Abbott in der Vergangenheit nicht gefeit, aktuell habe ich aber nichts diesbezüglich gelesen. Problematisch ist die Widerstandsfähigkeit der Sender-Hardware, der ist zu behandeln wie ein rohes Ei, will man nicht die zweijährige Garante in Anspruch nehmen (ich habe in dreieinhalb Jahren fünf Empfänger verschlissen - es gibt aber auch Menschen, die kriegen den nicht kaputt! 1wink.gif)

Viele Grüße,
Andreas
Verfasst am: 11. 12. 2011, 10:24
Michael77
Dabei seit: 10.12.2011
Beiträge: 3
Super! Danke für euere Antworten - noch so eine Erfahrung wie die Nacht auf der Intensivstation und den Krampfanfall davor brauche ich definitiv nicht - und ich denke dafür wäre der Navigator spitze. Ich habe nur beim Tennis und Tischtennis ein wenig Angst, daß der Sender aufgrund der schnellen Armebewegungen rechts zu Schaden kommt - links siehts aber von den Fettreserven noch schlechter aus. Ich würde mir den Navigator definitiv auch komplett selbst bezahlen, ich denke das Plus an Lebensqualität für mich und auch meine Frau wäre unbezahlbar. Grüße
Verfasst am: 11. 12. 2011, 13:13
Andreas
Dabei seit: 30.05.2009
Beiträge: 526
Der Navigator kann theoretisch fast überall getragen werden: Außer am Hinterarm ist er für den Bauch zugelassen, aber es gibt auch Menschen, die tragen ihn am Rücken, am Gesäß oder am Bein. Allerdings habe ich mit diesen alternativen Stellen keine Erfahrung.

Schwimmen stört den Navigator-Sensor nicht, auch wenn er am Arm geklebt ist, nach dem Schwimmen funktioniert er wie vorher, man sollte ihn nur gut fixieren (das mit Abstand Beste dafür ist: Fixomull stretch!). Allerdings sind die Bewegungen natürlich anders als beim Tischtennis, sie sind weniger explosiv. Das müsste man also ausprobieren. Federball habe ich mal gespielt, aber nur so lala, mit meiner Frau auf der Wiese hin und her. Da gab es keine Probleme.
Aber selbst wenn es nicht geht, nimmst Du halt den anderen Arm oder Du nutzt Deinen Bauch oder Rücken. Kannst Du Dir nicht mal einen Navigator mit Sensor von Deiner Praxis ausleihen und das Ganze testen?

Gut beim Navigator ist, dass er eine große Senderreichweite hat. Das heißt, Du kannst den Empfänger auf Deinem Platz lassen und er überwacht Dich dennoch während Du an der Platte spielst, wenn keine Wände dazwischen sind, sollten 15-20 m kein Problem darstellen.

Und ja, ich würde für ein CGM immer auch selbst zahlen, die Sicherheit und Lebensqualität ist nämlich unbezahlbar: Wenn man ein CGM richtig einsetzt, lassen sich schwere Hypos auf jeden Fall vermeiden, ebenso wie Ketoazidosen frühzeitig erkannt, wenn nicht sogar verhindert werden. Man lernt unendlich viel über seinen Stoffwechsel und kann seine Einstellung so optimieren, dass der Blutzucker kaum noch schwankt und nur kurzzeitig den Zielbereich verlässt, was zugleich eine recht gute Versicherung gegen Folgeschäden ist.
Tja, und wem ist das eigentlich kein Geld wert???

Viele Grüße,
Andreas
Verfasst am: 17. 01. 2012, 21:25
breschdlingsgsaelz
Dabei seit: 30.05.2009
Beiträge: 109
Andreas schrieb:

Schwimmen stört den Navigator-Sensor nicht, auch wenn er am Arm geklebt ist, nach dem Schwimmen funktioniert er wie vorher, man sollte ihn nur gut fixieren (das mit Abstand Beste dafür ist: Fixomull stretch!).

Das interessiert mich jetzt. Bisher war ich mit dem Navigator noch nicht schwimmen. Was ist dieses Fixomull stretch, ein ganz normales Überpflaster? Welche Größe nimmt man da? Und wechselst Du das nach jedem Schwimmen aus? Wenn das Gewebe vom Pflaster nass wird mit Schwimmbadwasser können da ja allerhand Keime drin wohnen, oder?

Ich habe mit 10x8cm Pflaster im normalen Alltag erstmal nicht so gute Erfahrungen gemacht. Ist ein bisschen knapp und das was ich hatte hat fester am Klebestreifen der Sensorplatte geklebt als an der Haut mit der Folge, dass man es nicht mehr alleine abkriegte, ohne den Sensor rausuzreissen.

Wie machst Du das?
Verfasst am: 18. 01. 2012, 06:56
Andreas
Dabei seit: 30.05.2009
Beiträge: 526
Fixomull Stretch gibt es in der Apotheke oder aber - zum annähernd selben Preis - online, z. B. im großen Fluss:
Fixomull Stretch bei amazon

Ich zitiere den amazon-Produkttext:
Fixomull stretch ist mit einem hautfreundlichen Polyacrylatkleber beschichtet. Der Träger besteht aus einem querelastischen Polyestervlies. Fixomull stretch passt sich auch stark konturierten Körperpartien gut an. Abschnürungen, Stauungen und Durchblutungsstörungen werden verhindert. Fixomull stretch wird auch von hautempfindlichen Patienten ausgezeichnet vertragen. Fixomull stretch ist besonders wirtschaftlich in der 20-Meter-Großrolle.

Weitere Eigenschaften
- hautfreundlich
- gute Sofort- und Dauerklebkraft
- querelastisch
- anschmiegsam
- luft- und wasserdampfdurchlässig
- strahlenindifferent
- beugt Kontamination vor
- einfach und vielfältig einsetzbar

Anwendungsbereich
Fixomull stretch eignet sich
- zur vollflächigen Fixierung von Wundauflagen, insbesondere an Gelenken, bewegten und konturierten Körperpartien

- zur sicheren Befestigung von Sonden, Kathetern, Messelementen und Instrumenten

Zusammensetzung
Polyestervlies, beschichtet mit Polyacrylatkleber


Von der Rolle schneide ich Streifen ab und klebe sie außen um den Sender herum, dadurch kann ich den Sender nach wie vor auf und abschieben. Auch Fixomull Stretch klebt super gut und geht schwer ab, aber wenn man - z. B. nach dem Duschen - vorsichtig von innen am Sender nach außen hin abzieht geht's.
Und: Ich kenne kein angenehmeres Klebezeug auf der Haut, das prima im Wasser hält (damals in Roth, da hatte ich auch den Sender mit Fixomull Stretch fixiert, allerdings dann auch einen Streifen über den Sender, damit ich den auf keinen Fall verliere).
Über Keime habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, das Zeug ist doch auf der Haut und kommt nicht mit Blut o. Ä. in Verbindung.

Liebe Grüße,
Andreas
Verfasst am: 28. 01. 2012, 13:48
Michael77
Dabei seit: 10.12.2011
Beiträge: 3
Hallo zusammen, werde jetzt dann den Navigator bestellen. Hatte mittlerweile Kontakt mit ner Person, die den Sensor 80 Tage lang getragen hat und es gab trotzdem vernünftige Werte. Eine Frage hab' ich noch: Dieses "Bolzenschußgerät" sieht ja wirklich mächtig aus - blutet das stark beim reinschießen oder ist es arg schmerzhaft? Grüße und schönes WE!!


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