|
Hallo Detlef,
herzlichen Glückwunsch zur guten Zeit über 10 km!
Da Deine Belastung sicherlich im Bereich der anaeroben Schwelle lag oder sogar - zumindest zeitweise - darüber, ist der fehlende Blutzuckerabfall leicht zu erklären: Die anaerobe Belastung führt zu einer Katecholamin-Dusche, die zusammen mit der im Muskel anfallenden Milchsäure zu einer Insulinresistenz führt, die auch nach der Belastung noch anhält.
Aber erhöhte Blutzucker-Werte müssen wir Diabetiker halt in Kauf nehmen und ist mit Sicherheit gesundheitlich unproblematisch.
Wie Du weißt (denn deshalb konnte ich nicht in Kiel starten), war ich gestern wieder auf einem Kolloquium von Berlin Chemie für niedergelassene Diabetologen, bei dem ich gemeinsam mit dem Teamarzt der deutschen Biathleten, Prof. Dr. Bernd Wohlfarth, und einem Diabetologen über "Diabetes und Sport" informieren und beraten durfte. Dabei haben wir auch über Ernährung gesprochen. Er hält von Carboloading, Low Carb und Co. aus leistungssportlicher Sicht gar nichts. Sie versuchen ihren Athleten, die so etwas immer mal wieder ausprobieren wollen, das auszureden, weil sie zumindest beim Spitzensport eher leistungslimitierende Auswirkungen beobachten. Er hält eine ausgewogene Vollwerternährung ohne Nahrungsergänzungsmittel auch im Hochleistungssport für absolut ausreichend. Mit der Wahrnehmung, Carboloading bringt nichts, stehst Du also nicht alleine.
Viele Grüße,
Andreas
|