Die ENDORUNNERS machen an der 100 km Laufnacht rund um Ulm mit: ein berauschendes Fest, eine glanzvolle Nacht!
Jeder meinte, ob wir nicht mehr alle Tassen im Schrank hätten, in der bis dahin heißesten Nacht des Jahres an so einer Aktion teilzunehmen. Na gut, ein bisschen Quälerei war es schon, aber vor allem jede Menge Spaß.
Bereits bei dem Treffen zur Organisationsbesprechung zeigte sich, dass die Truppe sehr gut zusammen passt und man gar nicht viel diskutieren musste, jeder war bereit, sich einzubringen. Es gab kein Gerangel um die Streckenabschnitte, jeder konnte seine Leistung gut einschätzen und hat sich den für ihn passenden Teilabschnitt rausgesucht. Und so konnten wir guten Gewissens und mit Zuversicht den Tag/die Nacht erwarten.
Überschattet wurde das ganze durch einen Unfall unseres Ersatzläufers. Bei einer Mountainbiketour ist er gestürzt und hat sich das Schlüsselbein gebrochen. Jetzt ist er verschraubt und verplattet und wird einige Zeit brauchen, bis er wieder Sport machen kann, leider.
Für uns andere ging der Spaß kurz nach 22 Uhr los. Treffen und Startnummerausgabe sowie letzte Absprachen wurden erledigt. Natürlich auch das obligatorische Gruppenfoto.
Im Stadion vor dem Start gab es ein Ballonglühen und ein fulminantes Feuerwerk.
Dann endlich konnten wir unseren Startläufer mit Gejubel und Anfeuerungen auf die Reise schicken. Eine lange Läuferschlange, ausgestattet mit Stirnlampen und Taschenlampen bildete eine lange auf und ab hüpfende Lichterkette, die die Nacht erleuchtete.
Der zweite Läufer musste sich auch schon vorbereiten und bis zur Übergabe fahren. Dort würde dann auch der erste unserer beiden Fahrradbegleiter in das Geschehen mit eingreifen. Dadurch hatten wir zum einen mehr Licht und zum anderen sollte man die Gesellschaft und die nötige Kompetenz bei möglichen Notsituationen nicht unterschätzen. Schließlich waren 5 der 8 Läufer Diabetiker.
Wir anderen verkrümelten uns bis zum jeweiligen Start ins Auto oder nach Hause. Der ein oder andere konnte noch eine Mütze Schlaf erwischen, aber ich muss gestehen, es war wegen der Aufregung eine ziemlich unruhige Nacht.
Jeder von uns hatte im Vorfeld eine Schätzung abgegeben, wie lange er für seine Teilstrecke brauchen würde. Wir hatten eine Telefonkette organisiert, so dass man jeweils in seinem Ziel den übernächsten Läufer anrufen sollte, damit dieser noch genügend Zeit zum Vorbereiten hatte.
Mein Part war das vorletzte Streckenstück am frühen Morgen. Ich kam nicht mehr in den Genuss des Laufens in der Dunkelheit, dafür konnte ich um 6 Uhr schon mit der Hitze und der Sonne kämpfen.
Als der Anruf kam, lag ich noch dösend im Bett. So früh hatte ich nicht damit gerechnet. Als es dann hieß, mein Vorläufer sei schon 15 min weg, hab ich einen Moment doch Schiss bekommen, ob ich noch rechtzeitig beim Wechsel sein würde.
Aber es klappte alles wunderbar und ich sah die Fahrradbegleiterin schon um die Ecke biegen. Der Chip wurde übergeben und los ging es.
Die Atmosphäre des Laufens so früh am Morgen hat schon etwas besonderes. Außer uns Läufern war um diese Zeit fast niemand auf der Strecke zu sehen. Und da sich das Feld bei Kilometer 80 auch schon sehr weit auseinander gezogen hatte, bekam man nur selten einen Läufer zu Gesicht.
Aus diesem Grunde war die Fahrradbegleitung natürlich eine große Stütze und es wurde nie langweilig. Die Strecke war wunderbar ausgeschildert und markiert, man konnte eigentlich nichts verpassen. (großes Lob an die Organisation!!). Als ich mein Ziel erreicht, stand die Ablösung schon da und winkte mir zu.
Unseren letzten Läufer haben wir dann 10 km weiter zu mehreren im Stadion empfangen und sind die Stadionrunde bis ins Ziel gemeinsam gelaufen. Nach 9:43:51 waren wir im Ziel. Das war ein gutes Gefühl.
Nach dem Nachtlauf haben wir uns zu einem gemeinsamen Weißwurstfrühstück getroffen und unsere Erlebnisse der Nacht ausgetauscht. Es war sehr lustig und ich denke, wir alle hatten das Gefühl, eine tolle Sache geleistet zu haben.
Der Siegerturnschuh, eine kleine Trophäe, für alle Staffeln, die ins Ziel gekommen sind, stand dabei auf dem Tisch und flüsterte uns zu: „Zu einem Paar gehören immer zwei, also bis zum nächsten Jahr!“
Petra Buchwald

Wirklich ein aufregendes Erlebnis, diese Laufnacht. Ich ging als Vierte der Staffel an den Start. Bevor wir uns in unseren Kombi legten, um
wenigstens ein klein wenig zu schlafen, schauten wir den Wechselpunkt
genauer an, um ja nichts zu "verfehlen".
Kurz nach dem Anruf, dass die Vorgängerin unterwegs sei, gingen wir los. Ich war total nervös, obwohl es ja eigentlich um "nichts" ging. Nachdem Tanja den Berg geschafft hatte, wurde der Chip gewechselt und ich startete mit dem liebenswüdigen Fahrradbegleiter auf meinen Weg durch die Nacht, flott unterwegs, entlang der Iller hoch zum Kloster Wiblingen, danach an der Donau entlang mit dem Ziel "Donaustadion".
Dort Chipübergabe an meinen Lieblingsmann samt Hund, anschließend zum Auto, Fahrt zum nächsten Wechsel in Oberelchingen, Einladen des geschwitzten Mannes (und des erfreuten vierbeinigen "Pacemakers" Charly) und Fahrt in's Grüne zum Schlafen ...
Bericht von Gabi Gross
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