Gemeinsam mit Christoph Thiel ging es auf ein ganz besonderes GRAVEL Abenteuer, den DGI Hærvejsløbet. Hierbei handelt es sich um ein großes Dänisches Radsportevent. Auf…
Mario beim DGI Hærvejsløbet – L’Étape Denmark
Am Samstag, 27.06.2026 bin ich beim DGI Hærvejsløbet – L’Étape Denmark über die Langdistanz von 300 km gestartet. Es ging von Flensburg nach Viborg.
Hier mein Bericht:
Schon bei der Anreise mit dem Zug gab es die ersten Bekanntschaften mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die alle nach Flensburg wollten. In Flensburg angekommen ging es dann ersteinmal ins Hotel, und anschließend zur Abholung der Startunterlagen.
Meine Startzeit war dann um 7:27. Da es aber alles etwas lockerer angegangen wurde, konnte ich schon um 7:12 auf die Strecke. Bei den zu erwartenden sehr hohen Temperaturen kam mir das sehr gelegen. Da ist jede Minute die man früher los kommt viel wert. Mit etwa 10 Fahrerinnen und Fahrern haben wir uns dann einer großen Gruppe Norweger angeschlossen. Und es ging auch schon gleich flott los. Auf flacher Strecke hatten wir einen 36er Schnitt. Das hat schon mal richtig bock gemacht. Allerdings waren die Norweger etwas komisch. Es wurde nicht zugelassen in der Gruppe mitzufahren. Dies wurde mehrfach unterbunden, also egal, dann sind wir eben hinten geblieben. Dann hatten sie die Eigenart an kleinsten Anstiegen das Tempo drastisch rauszunehmen. Irgendwann war mir das dann zu dumm, zumal sie an der ersten Bergwertung fast stehen geblieben sind.
Da habe ich mir gedacht: Ich probiere es mal. Also linke Seite, ein paar kräftige Antritte, und vorbei war ich. Oben angekommen, waren die Norweger noch nicht zu sehen, und ich konnte fix weiterfahren. Zu der Zeit konnte ich die hohe Geschwindigkeit gut halten, auch wenn ich jetzt natürlich alleine war. Da es aber auf den nächsten Kilometern nur rauf und runter ging, mit zum Teil kurvenreicher Strecke, war ich auch ganz froh nicht in einer großen Gruppe zu sein. Dafür fehlt mir auch die Erfahrung.
Das erste Ziel meiner Strategie habe ich dann auch erreicht. Die ersten 100km möglichst unter 3h:15m zu fahren 3h:6m sind es geworden. Die nächsten 100 wollte ich wegen der zu erwartenden hohen Temperaturen deutlich ruhiger angehen. Wichtig war mir nur vor 20:00 im Ziel zu sein.
Was aber nun abging war der absolute Hammer. Die Max Temperatur war 39,7 Grad, Wind wie aus einem Heißluftföhn. Bei der Verpflegungsstation km 137 war ich dann so was von platt, dass ich kurzzeitig ans Aufgeben dachte, aber dann habe ich ordentlich Flüssigkeit in Form von Wasser mit Eiswürfeln zu mir genommen. Die haben es irgendwie gebracht. Bin dann natürlich weiter, immer mit vollen Trinkflaschen.
Am Straßenrand waren immer mehr Fahrer zu sehen, die aufgegeben haben und wegen der Hitze einfach nicht weiter fahren konnten. Mehrfach sind Suportfahrzeuge an mir vorbei. So langsam ging es dann bei mir aber wieder besser, und auch die Temperaturen ließen plötzlich deutlich nach. Die ersten Gewitter machten sich wohl langsam bereit, allerdings alles sehr weit südlich und somit keine Gefahr. Aber es kam leicht kühler Wind auf, die Sonne verschwand manchmal in den Wolken und es wurde mit 32 Grad dann tatsächlich angenehm. Ärgerlicher Weise hatte ich 18 km vor dem Ziel noch einen Reifendefekt. Aber auch der war nach knapp 10 Min behoben und es ging weiter. Es folgten noch eine Bergwertung, und ein Schlusssprint, dann war ich kurz vor 19:40 im Ziel. Meine Ergebnisse der Berg- und Sprintwertungen habe ich in den Grafiken beigefügt.
Es folgte ein echter Gänsehautmoment. Ein Begleitfahrrad hat uns (wir waren etwa 10) über einen roten Teppich durch die Fussgängerzone von Viborg bis zum Festivalgelände eskortiert. Und da war dann richtig was los. Ein absolutes mega Event.
Um 21:00 ging es dann mit dem Bus und einem LKW in dem die Räder verladen wurden zurück nach Flensburg.
Bisschen was für die Statistik:
Flüssigkeitsverbrauch ca. 10 Liter, Wasser und Energydrink an den Verpflegungsstellen (kein Toilettenbesuch)
Gegessen: Eigentlich nur das Frühstück. Eine halbe Banane, Apfel und Melonenstücke unterwegs. Essen ging auch irgendwie nicht. Trinken dafür um so mehr.
Traubenzucker insgesamt ca. 200gr
BZ: Pumpe ab 6:00 für 15 Stunden in den Sportmodus und Zielwert auf 180 gesetzt. Wert ging erwartungsgemäß in der ersten Stunde bis auf knapp 500 hoch, dann wieder runter. Eine Tagesgrafik habe ich mal beigefügt.
Rennergebnis:
500 am Start, 333 im Ziel
Platz gesamt: 153 von 333
AK 60-69: 16 von 45
Ziemlich cool ist mein 10er Platz bei der 2. Sprintwertung.





