Gemeinsam mit Christoph Thiel ging es auf ein ganz besonderes GRAVEL Abenteuer, den DGI Hærvejsløbet. Hierbei handelt es sich um ein großes Dänisches Radsportevent. Auf…
Haervejslöbet – The Viking Gran Fondo in Dänemark

Als ich vor zwei Jahren zum ersten Mal von dieser Veranstaltung hörte, war ich gleich begeistert und wollte auch einmal teilnehmen. Da ich letztes Jahr die Vätternrundan absolvierte, passte diese Fahrt damals nicht ganz so gut, da ich fürchtete, zu viel zu machen. (Vätternrundan 2024 – IDAA Deutschland) Dieses Jahr war es dann aber so weit. Das Spannende an dieser Veranstaltung ist, dass es mehrere Disziplinen und Distanzen gibt. Es gibt eine Rennradtour, Graveltouren sowie Mountainbikefahrten. Auch E-Mountainbikes sind zugelassen. Es ist für jeden was dabei, von 300 km Rennrad bis 50km Gravel oder 40km MTB ist alles dabei. Die Touren führen von verschiedenen Startpunkten, z.B. Flensburg, bis nach Viborg in Dänemark. Wir, Tobias Wurm und ich, hatten uns für die 125km Gravel entschieden. Mario Kreipke wollte die große Rennradtour machen, musste aber leider verletzungsbedingt absagen.
Unser Startpunkt war Bryrup. Ich hatte praktischerweise eine kleine Hütte auf einem Campingplatz nur 300m vom Startbereich gemietet. Dort wollten Tobias und ich uns am Freitagabend treffen. Die Anreise war dann leider etwas verkorkst. Aus Termingründen sind wir getrennt gefahren. Tobi etwas später. Natürlich war Stau auf der A7, weshalb Tobi dann erst gegen Mitternacht eintrudeln sollte. Leider war in der Region das Handynetz teilweise ausgefallen, weshalb Tobi mich nicht von seiner Ankunft informieren konnte und deshalb die halbe Nacht im Auto auf dem Parkplatz verbrachte……
Nun denn, leicht übermüdet sind wir dann also zum Startbereich gefahren. Die Organisation war große Klasse. In einer Schule war ein riesiger Bereich mit Brötchen und Kaffee aufgebaut. Wir hätten also gar nicht vorher frühstücken müssen. Also, Räder fertig gemacht, und um 10:45 ging es dann los.
Die ersten Kilometer ging es in einer Gruppe von ca. 50 Fahrerinnen und Fahrern erst mal in den Wald, auf sehr schönen Waldwegen, die sehr gut zu fahren waren. Es ging auch gleich hügelig los und vor den Abfahrten hatte ich mächtig Respekt. Da habe ich nicht so viel Erfahrung. Tobias, der früher MTB gefahren ist, war da schon wesentlich schneller unterwegs, er hat aber immer auf mich gewartet.
Nach ca. 20km wurde es dann insgesamt etwas flacher und der Belag wechselte mehr zu Schotter, ab und an etwas Asphalt, oder auch mal ein Singletrack. Da waren wir uns allerdings nicht sicher, ob wir zwischendurch mal falsch auf die MTB-Strecke abgebogen sind.
Auf der Strecke waren drei Verpflegungspunkte eingerichtet, an denen man sich versorgen konnte. Die ersten beiden auch mit Fahrradmechanikern. Die sollten wir noch brauchen. Bis zur ersten Verpflegungsstation sind wir zügig und ohne Pannen oder Sturz durchgekommen. Kurz danach erwischte es uns dann aber zum ersten Mal auf einer Schotterpassage, als sich die Luft aus Tobis Hinterreifen verabschiedete. Nachdem der dann repariert war und wir wieder aufstiegen, stellten wir fest, dass mein Hinterreifen mittlerweile auch platt war. Zum Glück waren wir jeder mit zwei Schläuchen und Pumpen ausgerüstet. Weiter ging es also. Zur Sicherheit haben wir dann an der zweiten Verpflegungsstelle Schläuche nachgekauft, was sich als richtige Entscheidung erwies. Kurz darauf war mein Hinterreifen wieder platt. Wir waren nicht die Einzigen! Gefühlt alle paar Hundert Meter stand jemand mit einem Platten. So auch ich wieder nur ein paar hundert Meter vor der dritten Verpflegungsstation, diesmal vorne. Reifen reparieren können wir also jetzt.
Insgesamt hat die Tour trotz der Pannen sehr viel Spaß gemacht, und wir sind dann nach ca. 8,5 Stunden inkl. Pannen und Pausen glücklich in Viborg eingetroffen. Mittlerweise hatte es angefangen zu nieseln, weshalb wir dann standesgemäß aussahen. 
Der Empfang in Viborg war großartig. Dort war zeitgleich Stadtfest und wir wurden von einem Begleitfahrrad über einen roten Teppich in die Zielzone gebracht. Da die Veranstaltung vom Veranstalter der Tour de France ausgerichtet wurde und als L’Etape by Tour de France läuft, war der Zielbereich entsprechend ganz in Gelb gehalten. Als dann noch der Tour-de-France-Jingle lief bekam ich eine leichte Gänsehaut. Nach dem Ziel mussten wir uns etwas beeilen, kurz duschen, umziehen, was Essen und den Bus suchen, der uns zurück nach Bryrup brachte.
Insgesamt ist der Haervejslöbet eine sehr schöne, sehr gut organisierte Veranstaltung. Die Anfahrt aus dem Norden Deutschlands lohnt sich auf jeden Fall. Vielleicht sind wir ja nächstes Jahr wieder dabei und es finden sich noch ein paar Mitstreiter.
Sehr lesenswert auch der Bericht von Tobias! Gravelride in Dänemark DGI Hærvejsløbet 2025 – IDAA Deutschland

