Wenn man über den Dingen steht. Ein Urlaubsbericht

Überwiegend nur Berichte zu Marathons, Ultras, Irons, Triathlons – respektabel. Von unzähligen anderen Sportarten nichts!

Der Diabetes ist nicht wählerisch, nimmt sich, wen er bekommt.
Es gibt unzählige Sportarten, also hat jeder seine Passion. Die sind nicht weniger interessant und erzählenswert.

Weil ich Monokultur nicht schätze, mache ich jede Sportart, die sich bietet und wozu ich in der Lage bin. Das kommt den Bedürfnissen des Organismus am nächsten und macht meinen Typ 1, an dem auch nichts logisch ist, unscheinbar und bereitet mir äußerste Befriedigung. Hilfreich sind die dabei gebildeten “Eselsbrücken” jeweiliger Abläufe.
Obendrein ist jede Art von Bewegung gesund.

Mein Bestreben ist nicht die Krone, doch mitfühlen und alles zu würdigen wissen, was an Leistung vollbracht wird.
Wie gerade erlebt, als der Weltmeister im Klippspringen aus 28 m Höhe mit mehreren Salti und Drehungen in weniger als 3 Sekunden Spritzer frei ins Wasser tauchte.
Da kann man nicht mehr nachdenken.

Mit seinem Typ 1 kann man alles machen. Aber nur richtig, nichts dem Zufall überlassen.
Bewusst leben. So ist meine jahrzehntelange Erfahrung.
Sich mit Problemen zu beschäftigen, ist nicht mein Ding. Lösungen finden, auch damit Probleme erst gar nicht auftreten, macht Sinn.

Eine großartige Passion ist da bestens geeignet. Bergwandern und –steigen.
Das abverlangt einem alles von Körper und Seele. Bringt aber entschieden mehr Erfüllung.
Über Karwendel zog es zum Eiger, Matterhorn, Mont Blanc schließlich zum Bernina.
Den Tourismus meidend wurden immer Routen abseits gewählt. Ohne Lifte, ohne Wegemarkierung.
Da kann man vollkommen naturverbunden Mensch sein. Dann gibt auch die Natur prächtige Erlebnisse.
Hier gibt es auch keine bisweilen übertriebene Medaillenjagd. Besonnenheit bewahrt hier vor dem Tod. Absolute Ehrlichkeit zu sich selbst. Im Notfall ist man chancenlos für fremde Hilfe. Das Schicksal liegt völlig in eigener Hand.
Und – man lernt sich und seinen Körper kennen wie er auf alles reagiert. Das macht erfahren. Später werden meine Tagesprofile zu Hause meinen Typ 1 nicht erkennen lassen.
Rechtzeitig meldet mein Gespür, ob es Zeit wird, inne zu halten. Pausen ergeben sich aus grandiosen Anblicken und Beobachtungen.

Nach einem dreiwöchigen Wanderurlaub war eine monatelange Fitneß zu verspüren. So lange hielt dieses Ausdauertraining vor. Vom Quartier, 1000 m, wanderte man den ganzen Tag in frischer Höhenluft über die Gipfel der Schweizer Berge, wo sie denn recht dünn ist. Immerhin ca. 10 kg Rucksack auf dem Rücken. Zwei Wanderstöcke entlasteten den Körper, daß nach Tourende keinerlei Beschwerden auftraten. Sie bewahrten vor Einbrechen bei Überquerung der Eisfelder. Meine Begeisterung für Nordic-Walking war darin begründet.
Als reines Wintersportgebiet jetzt im Sommer, der hier herrlich warm ist, sind wenige Gäste unterwegs. Die Gastgeber erholen sich vom Winterstreß und freuen sich über jeden. Man erfährt viel von ihnen zu Land und Leuten und Eigenarten der Natur.
Man müht sich, viele Erlebnisse für Gäste werden geboten. Etwa Surfen, Rafting. Ebenso teuflisch sind Bike Abfahrten vom Gipfel. Wenn müde in der Höhe, wandert man zur Bergstation, setzt sich aufs Bike und der Höllenritt beginnt kilometerlang ins Tal. Diesen “wilden Gaul” im Zaum zu halten bedarf aller Konzentration und Nerven. Immer heile waren die Ankünfte. Einmal am Bahnübergang halten müssend, fiel ich um. Vergessend, dass meine Füße an den Pedalen angeklippt waren. Es geht nichts über blaue Flecken.

Dieselben Strecken bergauf mit dem Bike waren eine echte Herausforderung. Hierbei sind die geliehenen ein Traum. Die Ausstattung und Abstimmung auf diese Felslandschaft ist professionell, erleichtert und verleiht Sicherheit.
Der Erlebnisradius mit dem Bike ist erheblich weiter. Das frischt die Seele auf.
Bei all diesen auch mal heftigen Anstrengungen hat mich mein Körper nie im Stich gelassen.
Er hat von selbst gemacht was er konnte. Nicht von der Seele getrieben. Die wiederum war entspannt und zufrieden.
Belohnt wurden beide bei Gipfelaufstiegen, um von dort den malerischen Sonnenaufgang zu genießen. Im Panoramarestaurant zu Frühstücken war dann die Krönung.
Die Sonnenuntergänge sind ebenso faszinierend.

In den Bergen kann man auch vom Wetter überrascht werden. Eben war es sonnig, nun war es total neblig, dunkel. In den Höhen ist man den Wolken nah bzw. drin. Keine Sicht, Geräusche nicht mehr zu orten. Orientierunglosigkeit. Geht man bergauf müßte man zum Gipfel kommen? Was da aussah wie eine Spur war die Skipiste. So ein Glück. Nach langem Vorantasten hatte man die Bergstation. Die Wolke war auch plötzlich verschwunden.

Der heiße Sommer hat die Bergwelt entzaubert. Eher sah sie wie eine Dünenlandschaft in der Wüste aus. Keine Schneegipfel leuchteten. Doch irgendwer sorgt für einen Wettersturz und stellt den Zauber wieder her. Dann passiert es, durch tiefen Schnee weiter zu stapfen.

Wieder einmal hieß es “Grüezi”. Es gibt ein nächstes Mal.

Zu Hause angelangt erwischte ich die letzte Startnummer. Spontan lief ich einen Marathon, ausgeruht, mit dem Urlaub in den Beinen. Wunderbar.

Die Arbeit ging leicht von der Hand am Steuerpult der Druckmaschine. Das Schnurren dieser Anlage war wieder Musik wie das Klingeln der vielen Telefone.
Die Ausgaben werden pünktlich die Leser erfreuen. Streß? Der fehlte schon.
Der Alltag hat mich wieder.

Gruß
Heinz (2010)

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