Zugspitz-Ultratrail, der 2. Versuch…

Jetzt ein kleiner Bericht nachträglich zu meinem Lauf an der Zugspitze.

Nach einer doch entspannten Anreise mit der Bahn von Dresden kam ich pünktlich und bei schönstem Sommerwetter in Grainau an. Ein Lob auf die DB. Auf dem Campingplatz hatte ich Glück, denn am späten Nachmittag war der Campingplatz ausgebucht. Ich konnte in Ruhe meine Startunterlagen holen und bei der Pastaparty meine Kohlenhydratspeicher füllen. Am Zelt und bei 2 Flaschen alkoholfreien Bier und einem kleinen Snacke habe ich meine Laufsachen geordnet, den Laufrucksack nach  den Vorgaben des VA gepackt. Regenbegleitung, Mütze, Handschuhe, Stirnlampe, Riegel…. Dann ging es in den Schlafsack, da ich gegen 5:00 Uhr aufstehen musste.

Morgens gab es Müsli mit Joghurt und Banane (ca. 10 BE), die Trinkblase wurde mit Wasser gefüllt und ich ging mit vielen weiteren Läufern die ca. 3 km zum Shuttelbus, welcher uns dann nach Leutasch (Österreich) bringen sollte. Vorher wurde ich noch von einem Michael (Typ 1er) auf Grund meines IDAA Shirts angesprochen und wir sprachen noch Therapieeinstellungen ab und wünschten uns beiden einen guten Lauf. Dann  konnte ich noch den Start der 100 km Läufer mit verfolgen, danach fuhren die Busse los.

Als ich im Startbereich stand stieg das  Adrenalin langsam in meinem Körper merklich an und ich wurde zusehends nervöser. Dieses Mal musste es klappen. Ich habe deutlich mehr trainiert und auch mein Training durch mehr Krafttraining mittels Thera-Band und Fahrrad fahren umgestellt. Nach dem Check in mit Kontrolle meiner Ausrüstung durch die netten Helfer durfte ich mich ins Starterfeld mischen. Pünktlich um 9:00 Uhr bei schönsten Sonnenschein, 15 °C und AC-DC viel für mich und ca. 500 weitere Läufer der 64 km Strecke der Startschuss. Es kam nach den ersten ca. 4 km dann der erste große Anstieg zum Scharnitzjoch. 1200 Hm in 6 km auf 2100 Hm über einen herrlichen Bergpfad. Danach wieder ins Leutaschtal und über einen kleineren Anstieg bis nach Mittenwald. Die 2 Verpflegungspunkte waren super Ausgestattet und ich traf Michael wieder. Sein CGM zeigte Top Werte an und wir verabredeten uns an einer der nächsten Verpflegungspunkte wieder. Nach ca. 35 km kam ein scheinbar nicht endend wollender Anstieg, welcher mich über schöne blühende Almwiesen zu einer, für mich besonderen Verpflegungsstelle führte. Es war die Verpflegungsstelle KM 44. Bei dieser musste ich im letzten Jahr aus Kraftgründen leider aufgeben. Dieses Jahr war ich aber nach 6,5 Stunden noch Fit und ich konnte die letzten 20 km, welche mich über den Vorgipfel der Albspitze führen sollte angehen.

Es ging weiter in Serpentinen nach oben und die Kräfte ließen langsam nach. Mit Cola und Melone hielt ich meinen Zuckerspiegel hoch. Bei Km 52 mussten wir nochmals 400 Hm Richtung Albspitze hoch laufen. Für die Zugspitze hatte ich kaum noch einen Blick. Ich wollte nur noch hoch um dann den letzten Abschnitt des Rennens angehen zu können. Es rief mich meine Frau von zu Hause an und motivierte mich für die letzten km. Dann stand ich auf 2300 Hm schaute zur Zugspitze und in Richtung Grainau dem Zielort. Jetzt waren es noch ca. 7 km und 1400 Hm im Abstieg.

Bei der letzten Verpflegungsstelle traf ich Michael wieder, es ging ihm noch recht gut. Er hatte noch den letzten Anstieg vor sich. Zucker war recht niedrig und ich empfahl ihm lieber noch etwas Cola zu trinken.

Dann lief ich die letzten 4 km in Richtung Ziel los. Ich wusste gar nicht, wie schwer es ist nach unten zu laufen. Der letzte Kilometer durch Grainau bis ins Ziel waren traumhaft und nach reichlich 11 Stunden, 3200 Hm im Anstieg und 3400 Hm im Abstieg war es da. Geschäft und Glücklich im Ziel.

Dieser Lauf ist jedem etwas verrückten zu empfehlen. Die Organisation und die Verpflegung auf der Strecke sind super. Es gibt überall Sanitäter, die Bergwacht und genügend mit und ohne Kohlenhydrate zur BZ gerechten Versorgung.

Euer stolzer Torsten

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5 Kommentare auf "Zugspitz-Ultratrail, der 2. Versuch…"

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