10. Stadtwerke Flensburg Lauf am 24. Oktober 2021

Von Susanne Löw

Ein Sonntag im Oktober, es ist 6.15 Uhr, der Wecker klingelt. Meine Laune: Ausbaufähig … Warum genau habe ich mich vor ein paar Wochen angemeldet, um von Hamburg bis nach Flensburg zu fahren – nur um dort 10 Kilometer zu laufen?
Im Dunkeln laufe ich müde zur Bahn, treffe unterwegs meine Nachbarn, die ihre Hunde zum ersten Mal an diesem Tag ausführen. Und die mich dasselbe fragen: „Bis nach Flensburg? Zum Sporteln?“ Meine Laune: Noch nicht arg viel besser. Aber sie bessert sich, als auf dem Weg zum Treffpunkt mit Nils die Sonne allmählich aufgeht. Wow, wie schön! Und sie wird merklich besser, als ich mit Nils und seinem Kumpel Dominik im Auto in Richtung Flensburg sitze. Geteiltes Leid, halbes Leid. Zumal sich das Leid allmählich in eine Mischung aus Aufregung und Vorfreude wandelt. Der Himmel ist strahlend-blau, die Stimmung steigt. Und überhaupt: Laufveranstaltungen waren so lange nicht möglich, das muss man genießen!

In Flensburg angekommen holen wir unsere Startunterlagen ab – die Kinder sind gerade für ihren 400-Meter-Lauf gestartet – und wir treffen Bianca und Bernd. „Wie ist dein Wert?“, „Um wie viel Prozent hast du die Basalrate gesenkt?“, „Zucker dabei?“ … Es ist doch immer wieder schön, wenn man Gleichgesinnte beim Laufen um sich hat. Um 11 Uhr fällt der gemeinsame Startschuss für den 10-Kilometer-Lauf und den Halbmarathon: Eine Runde für Bianca, Bernd und mich und zwei Runden für Nils und Dominik. Insgesamt haben sich 600 Sportelnde angemeldet. Genau die richtige Menge für eine aufgeregte und gleichzeitig entspannte Atmosphäre.

Der Rundkurs führt schnell ins Grüne, durch Wälder, über Felder – und gefühlt immer nur bergauf, da sind wir uns hinterher (fast) einig! Unterwegs feuern uns vereinzelt Zuschauer an. Und ich bin bester Laune. Gestartet bin ich mit einem Blutzucker von 184 mg/dl. Bei Kilometer 6 scanne ich meinen Libre-Sensor und esse angesichts des Ergebnisses „93, steil fallend“ ein Dextro-Gel mit 21 Gramm Kohlenhydraten. Weiter geht’s! Riesige Freude über das „8-km-Schild“, da ich das „7-km-Schild“ übersehen hatte und gar nicht damit gerechnet habe, schon so weit zu sein. Und schon rückt das Ziel näher. Da ich dort trotz Dextro-Gel mit einem Blutzucker von 69 mg/dl einlaufe, schnappe ich mir nicht nur schnell die Medaille, sondern noch schneller Banane und Schokoriegel am Versorgungsstand.

Was für ein gutes Gefühl, angekommen zu sein. Ach ja, deshalb bin ich heute Morgen aufgestanden. Mit Kaffee in der Sonne (danke nochmal, Bernd!) warten Bianca, Bernd und ich auf unsere beiden Halbmarathoniken Nils und Dominik, die sich auf unserer Heimfahrt den Abstecher zu Burger King doppelt so sehr verdient haben wie ich mit meiner 10-Kilometer-Runde. Schön wars!

Strahlende Gesichter beim Flensburger Stadtlauf: Nils, Bernd, Bianca, Susanne und Dominik (v.l.)

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