Mammutmarsch in Leipzig – 42 km
Nach der Premiere in Leipzig im letzten Jahr über 30 km, stand die Herausforderung 42 km im Raum. Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich diese annehmen möchte oder nicht. Zumindest konnte ich mir bei den bisherigen Läufen kurz vor dem Ziel nicht vorstellen, wie es sein wird, noch weitere 12 km zu laufen. Aber wenn man es nicht testet, dann weiß man auch nicht wie es ist. Also meldete ich mich für Leipzig auf der Marathondistanz an.
Um nicht den ganzen Tag unterwegs sein zu müssen, entschied ich mich für die Startgruppe um 7.00 Uhr. Wir sind bereits um 5.00 Uhr in Jena gestartet und standen bei 1,5 Grad mit vielen anderen im Startbereich. Dann wurde mit dem Schlachtruf „Mammut-Marsch“ 5 – 4 – 3 – 2 – 1 der Startschuss gegeben und los ging es auf die Strecke. Wir standen ganz vorne und konnten so gut unser Tempo laufen.
Das Völkerschlachtdenkmal war schon sehr imposant in der Morgensonne anzuschauen. Ohne viele Menschen. Einfach nur schön. Dafür hat sich das frühe Aufstehen definitiv gelohnt.
Bei Kilometer 20 waren wir ebenfalls noch bestens gelaunt. Es lief super und unsere Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei ca. 6 km/h. Die Strecke war sehr abwechslungsreich. Uns kamen dann ab der Hälfte viele Mammuts entgegen, die sich auf die 55er-Strecke gewagt haben, teilweise in wirklich hübsch anzuschauenden, aber zum Laufen eher ungeeigneten Kostümen wie einer Ritterrüstung oder komplett als Plüschmammut. Mittlerweile war es auch durch die Sonne schön warm geworden. Respekt für die Verrückten!
Der Verpflegungspunkt nach 30 km war in der Radrennbahn untergebracht. Wir hatten jetzt noch 12 km vor uns, die entgegenkommenden 55er noch 30. Ich hätte um nichts in der Welt tauschen wollen, doch alle schienen bester Laune. Auf den letzten 12 km verließen uns ein wenig die Kräfte und der Körper meldete sich zunehmend. Erstaunlich, was einem alles weh tut kann. Die letzten 4 km bis zum Zieleinlauf waren die schlimmsten. Wir liefen an der Red Bull Arena vorbei, wo ein Spiel stattfand und erreichten auch dort die 40 km Marke, sehr stolz (vor allem, weil es bald vorbei ist), aber auch sichtlich abgekämpft. Der Zieleinlauf war sensationell. Wir haben es geschafft, nach 7 h 51 min. Unser Ziel unter 9 h zu bleiben, haben wir locker überboten.
Leipzig bot eine super Kulisse, eine sehr abwechslungsreiche Strecke, von vielen Parks über das Völkerschlachtdenkmal, dem Ortsteil Plagwitz der zu den dynamischsten und „angesagten“ Stadtteilen Leipzigs zählt und wo sich zahlreiche Start-ups und Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft angesiedelt haben, bis hin nach Markkleeberg.
Blutzuckertechnisch würde ich eine solche Strecke das nächste Mal mit weniger Reduzierung angehen. Was sich auf der 30er-Strecke bewährt hat, hat hier vermutlich angesichts der längeren Dauer nicht funktioniert. Ich hatte Basal auf 50 % reduziert und jegliche Verpflegung unterwegs nicht insuliniert. Bis zum letzten Verpflegungspunkt lief das mit 180 bis 200 recht gut, ohne Hypo-BE, aber dann kam der Anstieg auf über 300. Das 180er-Ziel habe ich dann beendet und korrigiert und bin mit 120 im Ziel angekommen.
Und nach dem Ziel kam noch der schlimmste Weg, der zum Auto. So ganz ohne Adrenalin und mit Medaille und Urkunde, aber bestimmt lustig anzuschauen. Wir haben auch das geschafft und am nächsten Tag war alles gar nicht mehr so schlimm.