“Happy End” beim 15. Spreewaldmarathon

Micha und ich waren in diesem Jahr bereits zum siebenten Mal beim Spreewaldevent. Dieses Wochenende im April ist bei uns jedes Jahr fest eingeplant, weil es immer wieder schön ist, die vielen sportlichen Ereignisse, vereint mit beeindruckender Natur, erleben zu können.
Mein erster Start im Spreewald war bei der 115 km Radtour, später folgten die Teilnahme am 10km Lauf in Burg und am Halbmarathon im Biosphärenreservat.
Leider verbinde ich mit dem Spreewald nicht nur diese tollen Erlebnisse, sondern blutzuckertechnisch gesehen auch negative Erfahrungen, die mich fast resignieren ließen.
Vor drei Jahren musste ich beim Halbmarathon aussteigen, weil meine Insulinpumpe „Keine Abgabe“ meldete und meine Blutzuckerwerte permanent anstiegen. Die Beine wurden immer schwerer, und ich kam nicht mehr voran.
Vor zwei Jahren hatte ich unmittelbar vor dem Start derart hohe Blutzuckerwerte und auch Ketone im Blut, dass mir Torsten von einer Teilnahme abriet. Diese Entscheidung war richtig, weil die Ketone noch Stunden später messbar waren, aber tat mir sehr weh. Ich hatte damals nicht nur mit der Übelkeit zu kämpfen…
Die Monate danach habe ich genutzt, Ulrikes Ratschläge umzusetzen und mit Hilfe meiner Diabetologin meine gesamte Diabetestherapie auf den Kopf zu stellen. Seither habe ich u. a. niemals mehr die Basalrate reduziert und verwende ausschließlich Stahlkatheter. So habe ich dann versucht, mich ohne Reduktion des basalen Insulins nach und nach an längere Läufe heran zu wagen, und es klappte sehr gut.
2016 sollte dann im Spreewald alles besser werden, so hatte ich geglaubt. Sieben Wochen vor dem Event bekam ich bei einem längeren Lauf Schmerzen im rechten Bein und konnte anschließend wochenlang weder Laufen, Rad fahren, Wandern … Mein Orthopäde behandelte mich mit gefühlten Unmengen an Cortison (meine Blutzuckerwerte explodierten) auf Bandscheibenvorfall, aber nichts half. Der April rückte immer näher, aber ich machte keine Fortschritte.
So war ich 2016 wieder mal nur Zuschauer. Erst Anfang Mai wurde dann die Ursache meiner Beschwerden gefunden: Durch das Laufen war die Gefäßwand meiner Beckenarterie eingerissen, und ein großer Thrombus hatte sich dort festgesetzt. Nach erfolgreicher Operation konnte ich dann im August, nach sechs Monaten Zwangspause, wieder mit kleinen sportlichen Aktivitäten beginnen.
Das letzte Wochenende im Spreewald war für mich einfach toll. Am Freitag hatten sich die IDAA’ler zu einem gemütlichen Abendessen getroffen, und es wurde über alltägliche Probleme, News zur Diabetestherapie, aber auch über Urlaubserlebnisse, gesprochen.
Am Sonntag konnte ich dann die 10km ohne jegliche Probleme laufen; die Blutzuckerwerte waren vom Morgen an perfekt. Claudia, Ulrike, Kerstin und Diana hatten nach ihrem Skate-Halbmarathon im Ziel auf mich gewartet und haben mich überglücklich in die Arme genommen. Endlich war ich wieder richtig mit dabei.
Vielen, vielen Dank an alle IDAA’ler, Organisatoren und Zuschauer – es war ein gelungenes Wochenende, auch wenn es laut Homepage des Veranstalters “der kälteste Spreewaldmarathon mit einer Höchsttemperatur von 6 Grad Celsius war und der starke Wind mit Böen bis 100 km/h, reichlich Regen und viele Hagelschauer für Sportler und Helfer die Teilnahme nicht einfach machten.”
Wir haben auch schon eine Unterkunft für nächstes Jahr reserviert, mal direkt in Burg. Vielleicht werden wir dann auch am 5km Nachtlauf teilnehmen…
Und noch ein “Hallo” an die Radfahrer, wir sind auf den Bericht über eure Radtour gespannt.

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2 Kommentare auf "“Happy End” beim 15. Spreewaldmarathon"

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Andreas
Gast

Wahnsinn! Was ist das für eine Geschichte! — Und glücklicher Weise mit einem Happy End!
Ich hoffe, nicht das letzte …
Danke Katrin.

kambly
Mitglied

Wirklich eine tolle Geschichte. Ich finde es super, dass Du trotz der Rückschläge es wieder und mit Erfolg versucht hast.
Für mich war es die achte Teilnahme in Folge. Auf dieses Wochenende freue ich mich ebenfalls schon lange vorher. Es ist die perfekte Verbindung aus Sport und Entspannung. Die Läufe sind sehr gut organisiert und die Strecken sind landschaftlich reizvoll.
Ich bin nun schon fast alle Strecken mehrfach gelaufen und es macht trotzdem immer wieder viel Spaß. In diesem Jahr ließ ich es locker angehen und bin “nur” den Halbmarathon am Samstag für die IDAAler gelaufen.
Ich habe seit 5 Jahren Typ1 und bin im Spreewald meinen letzten Marathon vor der Diagnose und meinen ersten Halben danach gelaufen.
Wir sehen uns im nächsten Jahr an der Startlinie.

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