Adventure Walk Thüringen 2026 oder die Regenschlacht

Dieses Mal wollten wir die neue Strecke von Weimar nach Jena über 37 km in Angriff nehmen.

Während die Samstagsteilnehmer trotz schlechter Prognose bestes Wetter hatten, sah es für Sonntag nicht so gut aus. Davon haben wir uns nicht abhalten lassen und standen bestens gelaunt in Weimar beim Stadt-Schloss neben der Herzogin Anna Amalia Bibliothek.

Wir mussten noch die Startunterlagen abholen, bevor unser Startblock um 7:45 bei gutem Wetter auf die Strecke durfte. Als erstes führte uns der Weg durch den Park an der Ilm, der ebenfalls wie viele Orte in Weimar zum Welt UNESCO Kulturerbe gehört und bog dann für ein gutes Stück auf den Goethe Erlebnisweg Richtung nach Vollersroda ab.

Mit der Zeit zog sich dann der Himmel so langsam zu, wir blieben optimistisch. Doch leider hatte es auch nachts schon geregnet, so dass der Weg in Richtung Balsamine bereits anfing schlammig zu werden – ein kleiner Vorgeschmack auf den weiteren Tag. Nachdem wir das historische Waldgasthaus Balsamine und die tolle Aussicht ins Tal bewundert haben, liefen wir bergab nach Buchfahrt. Hier durften wir über die denkmalgeschützte überdachte Holzbrücke und vorbei an der Wassermühle. Als uns der Weg dann mit einem leichten Anstieg aus Buchfahrt führte, setzte leichter Regen ein, also zogen wir schnell die Regensachen an und hofften, dass es nicht mehr wird. Doch leider sollte sich diese Hoffnung nicht erfüllen, der Regen nahm immer weiter zu. Auf den Wegen durch den Wald war das zu Beginn noch kein Problem, aber mit der Zeit wurde der Zustand der Wege immer schlimmer und man musste auf jeden Schritt achten, vor allem wenn es dann mal wieder ein Stück nach unten ging.

Als wir dachten, es kann nicht schlimmer kommen, erlebten wir die ersten Windböen – kein beruhigendes Gefühl mitten im Wald.

Als es dann endgültig in den sehr steilen Anstieg zum Paulinenturm ging, hatte der Himmel keine Gnade mehr, es goss wie aus Gießkannen und spätestens jetzt waren wir durch bis auf die Haut, trotz der Regensachen. Also hieß es Augen zu und durch oder eher den Berg rauf, wo uns die erste Verpflegungsstation erwarten sollte, schließlich hatten wir das Ziel vor den Augen.

An der Verpflegungsstation donnerte es bereits, kein gutes Gefühl, wenn man einen der höchsten Punkte der Wanderung erreicht hat und neben einem Aussichtsturm steht. Wir stellten uns kurz unter, stärkten uns und tranken warmen Tee genossen trotz aller Widrigkeiten das Rührei.

Als wir dann wieder hochmotiviert (okay das stimmt vielleicht nicht ganz) auf die Strecke wollten, den gute zwei drittel der zu absolvierten Höhenmeter hatten wir schon hinter uns , erführen wir, dass der Veranstalter dieses Event aufgrund des Regens und der sich immer näherkommenden Gewitterfront mit Böen entschieden hat, die Veranstaltung leider abzubrechen. Wir hätten die nächsten 13 km übers freie Feld laufen müssen, wären in eine Gewitterfront mit Sturmböen gekommen. Von daher empfanden alle Teilnehmer diese Entscheidung vernünftig. Wie wir später noch erführen, kam es durch starke Sturmböen zu Schäden an den Versorgungsstellen und im Zielbereich –glücklicherweise ohne Personenschäden.

So hieß es dann für uns den Abstieg vom Paulinenturm nach Bad Berka zum Bahnhof, das Orgateam hatte freundlicherweise den Weg dorthin, trotz des Wetters noch schnell für alle markiert. Von dort konnte jeder mit Bus und Bahn nach Hause fahren.

So heißt es dann für nächstes Jahr diese Challenge nochmal antreten.

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2 Kommentare
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Annette

Angesichts der zu erwartenden Höhenmeter und der Länge war der Adventure Walk bereits eine gute Herausforderung. Ich hatte von einigen Teilnehmern schon von der Schlammschlacht 2023 gehört, aber alle waren sich einig, dass dies tatsächlich noch getoppt wurde. Aber gut, 1/3 der Strecke und 2/3 der Höhenmeter waren absolviert. Der Zucker lief bombastisch bis zum Paulinenturm, ich erreichte ihn mit 124 und dann überlegte ich, dass der Wärmentzug auch noch zum Sinken beitragen wird und habe für die nächsten 13 km gegessen und entsprechend bewegungsangepasst insuliniert. Da wir diese nicht mehr gelaufen sind, war der Krümeltee und das Essen dann doch zu viel. Die Nachinsulinierung hat nicht gereicht und ich bin damit leider zu Hause zu hoch angekommen. Aber ich bin im nächsten Jahr dabei. Aufgeben ist nicht!

Anna H.

Endlich die Wandersaison eröffnen, dachte ich, schönes Wetter genießen, dachte ich, fröhlich über Wiesen laufen, dachte ich … also zumindest bei der Anmeldung… dann hab’ ich die Wettervorhersage gesehen, schon erste Zweifel bekommen und viele Regensachen eingepackt.
Der Beginn morgens sah ganz vielversprechend aus, einzelne Sonnenstrahlen gab es noch, nicht zu warm und auch noch trocken. Aber der Verlauf wurde nass und nasser und klitschnass. Da war es richtig schön, am ersten Verpflegungspunkt einen warmen Tee, ein paar nahrhafte Fettbemme und Würstchen zu bekommen.
Das Wetter wurde nicht einladender, dann kam der Abbruch und ich hab es zwar nicht laut gesagt, aber ein kleines bisschen gedacht: ” Ach, Gott-sei-Dank.” Schlussendlich sind es gegangene 17 der geplanten 37 km geworden (bis zum Busbahnhof).
Ein paar Kallorien habe ich dann noch an der Bushaltestelle beim Zittern in der Kälte verbrannt, sodass ich sagen kann, am besten ist an dem Tag der Zucker gelaufen, der hat sich vom Wetter so gar nicht beeindrucken lassen. Beim Start vom bolusfreien Frühstück noch erhöht, bei erhöhtem Zielwert vom Closed Loop auch nicht stark korrigiert und bei Abbruch der Aktivität auf den normalen Zielwert wieder ideal eingependelt.
Nächstes Jahr… ja klar nochmal. Ganz
ehrlich man lernt die Annehmlichkeiten eines heißen Bades nach so einem Wetter erst richtig zu schätzen, auch wenn man hinterher noch den Flur wischen muss, weil Schuhe und Hose den ganzen Matsch von der Strecke noch mit Heim gebracht haben…