Hamburg Wasser World Triathlon 2018

Ich heiße Maggie und bin “Typ-F”-ler. Eine sehr gute Freundin hat Diabetes Typ-1, was sie nicht davon abhält, Marathons zu laufen, Triathlons zu finishen und eben auch andere dazu zu motivieren … so auch mich!

Gesagt – getan. Direkt nach dem Anmeldungsbeginn registrierten wir uns im November letzten Jahres für die Olympische Distanz (1,5km/40km/10km) am 15. Juli 2018 in Hamburg. Für mich vollkommenes Neuland. Ich komme eigentlich vom Laufen, habe da auch schon einiges an Erfahrungen sammeln können. Von 10km bis Marathon, von Straßen- über Bergläufe, alleine oder als Staffel … all das steht bereits auf meiner “getan”-Liste. Der Triathlon sollte nun folgen, und die 10km-Laufstrecke an der Außenalster aufgrund meiner Lauf-Routine machbar sein.

Mein Freund –  ein begeisterter Rennradfahrer – bereitete mich auf die 40km Radstrecke vor. Ob im Urlaub in den französischen Alpen oder Zuhause im Odenwald. Kein Berg war vor uns und unseren Rädern gewappnet. Wie sich in Hamburg dann herausstellte, war das die beste Vorbereitung, die ich hätte machen können. Auch wenn die Radstrecke in Hamburg überwiegend flach ist (die Maximalsteigung auf dem Kurs betrag 5% auf 2 x 200m pro Runde).

Das Schwimmen war meine größte Herausforderung. Zwar genoss ich zu Schulzeiten eine gute “Schwimmtechnik-Ausbildung”, jedoch fehlte es mir bis dato einfach an Training. Aber wie heißt es so schön: “Geht nicht, gibt’s nicht”. So eben war auch mein Motto. Die 1,5 km lange Schwimmstrecke in der Binnenalster sollte nach einem halben Jahr Training machbar sein…

Das Wettkampf-Wochenende:
Schon am Freitag Mittag machten wir uns von Fulda aus auf den Weg in die gut 400km entfernte Hansestadt. Am Samstag Morgen ging es dann ab in die City auf den Gänsemarkt, um die Startunterlagen abzuholen und eine Tageslizenz zu besorgen. Im Anschluss schlenderten wir noch ein wenig über die Event Area, wobei sich so langsam aber sicher meine Vorfreude auf den morgigen Start breit machte :). Als wir nachmittags dann noch live das Elite Sprint Rennen der Männer an der Strecke, und den Elite Damen Sprint später dann im TV mitverfolgten (bei dem übrigens die deutsche Triathletin Laura Lindemann nach einem großartigen Schlussspurt auf Platz 2 lief), wurde ich dann endgültig hippelig!
Um 22 Uhr, nach dem klassischen Carboloading mit Nudeln & Pesto, schaltete ich den Lichtschalter aus. Noch einmal ging ich die einzelnen Schritte der Wechselzone im Kopf durch und legte mich schlafen.
Der Wecker klingelte um 05:50 Uhr. Zum Frühstück gabs standardmäßig ein helles Brötchen mit Honig. Um 06:30 fuhren wir los in die Innenstadt. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Es war zwar noch ein wenig frisch, aber die Sonne zog langsam zwischen den Häusern empor. Bis auf ein paar Schnapsleichen vom Vorabend war die Stadt noch ungewohnt leer. Um 07:00 Uhr checkten wir am Alstertor mit dem Rad und allen Utensilien ein. Ich legte alles in der Wechselzone parat und zog mich um für Disziplin 1 – dem Schwimmen. Um 07:20, 20 Minuten vor dem Start meines Startblocks, wurden wir in die Start-Zone am Jungfernstieg gelassen, wo es ein animiertes Trocken-Warmup gab. Im Anschluss konnten wir uns im Wasser noch ein paar Minuten Warmschwimmen. Und bähhm! Der Startschuss ertönte und es ging ordentlich zur Sache. Ein chaotisches Über-, Unter-, Nebeneinander … hier ein Tritt ins Gesicht, dort ein Rümpler von der Seite. Es dauerte einige Meter, bis sich das Feld ein wenig entzehrte und etwas mehr Ruhe einkehrte. Ich versuchte nicht zu überpacen, in Ruhe mein Tempo zu finden und konstant durch zu schwimmen. Das Schwimmen im Freigewässer war definitiv etwas anderes, als im Schwimmbad seine Bahnen zu ziehen (zum Glück habe ich das vorher im Urlaub im Lac d’Annency einige Male geprobt). Meine Highlights auf der Schwimmstrecke waren die Tunneldurchquerungen (3 Stück), bei denen es ganz dunkel wurde und die Wellenbewegungen um ein Vielfaches lauter hallten – irgendwie gespenstisch :). Nach 34:53 Minuten erreichte ich als Gesamt 431ste den Ausstieg, bei dem dankenswerter Weise Freiwillige den Schwimmern aus dem Wasser halfen.
“Willkommen in der wohl längsten Wechselzone der Welt”, so wirbt der Veranstalter – und dass kann ich nur bestätigen. Eine gefühlte Ewigkeit war der Weg zu meinem Rad! Ich hatte mir vorher gut eingeprägt, wo mein Renner stand, und so verlief der erste Wechsel ziemlich reibungslos: Neo aus, Helm und Brille auf, Socken und Radschuhe an und ab die Post auf die Radstrecke.
Die Teilnehmer der Olympischen Distanz absolvieren drei Runden à 13km auf einem überwiegend flachen Parcours. Auf dem Rad fühlte ich mich deutlich wohler und versuchte, ordentlich in die Pedale zu treten, was bis auf die zwei 180°-Wenden am Altonaer Rathaus und Fischmarkt fabelhaft funktionierte. Einen Radfahrer nach dem anderen sammelte ich ein, was ein ziemlich gutes Gefühl war und mich weiter beflügelte. Auf dem Rad konnte ich gut erneut Energie in Form eines in der Radflasche aufgelösten Pulvers zu mir nehmen. Die Kilometer flogen nur so an mir vorbei, was sicherlich auch an der tollen Strecke vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie Speicherstadt, Landungsbrücken und Fischmarkt, sowie der guten Stimmung am Streckenrand lag. All das führte dazu, dass ich am Ende einen 36km/h-Schnitt auf dem Tacho stehen hatte.
Nach 01:07:45 erreichte ich mittlerweile auf Platz 82 vorgerückt erneut die Wechselzone (in Hamburg die gleiche). Dieses Mal hatte ich das Problem, dass ich auf Anhieb meinen Wechselplatz nicht fand. Nach einigem Suchen (ich hatte mich im Startblock vertan :D) dann aber doch: Helm, Brille & Schuhe aus, Laufschuhe und Pulsuhr an und los gings auf den letzten Teil der Strecke, sozusagen meinem “Heimspiel” dem Laufen.
Die Laufstrecke führt in Richtung Norden zur Außenalster. Das hohe Tempo vom Radfahren half mir, sofort auch beim Laufen Fahrt aufzunehmen. Es war mittlerweile 09:30 Uhr und langsam aber sicher wurde es warm (im Nachhinein bin ich wirklich froh, eine der ersten Startzeiten bekommen zu haben). Ich nutzte daher jede Verpflegungsstelle, um Wasser zu trinken. Gleich zu Beginn fand ich 2 weitere Läufer, die genau das gleiche Tempo liefen. So konnten wir uns gegenseitig km für km ziehen und in der Führungsarbeit abwechseln. Bei km 5 nahm ich bei der Verpflegungsstelle noch ein Gel zu mir und los gings auf die zweite Hälfte der Laufstrecke. Nach weiteren 2 km merkte ich, dass ich noch nicht am Ende meiner Kräfte angelangt war, und legte noch einen Zahn zu. Je näher man sich dem Ziel auf dem Rathausmarkt näherte, umso mehr Zuschauer säumten den Streckenrand und machten ordentlich Stimmung. Die letzten Meter auf dem blauen Teppich gab ich nochmal alles, und nach 44:46 Minuten lief ich total glücklich über die Ziellinie. Im Zielbereich wurde mir dann sofort die Finisher-Medaille umgehängt – ich war und bin mächtig stolz!
Insgesamt benötigte ich bei meinem ersten Triathlon 02:36:43, erreichte den Gesamtplatz 1031 und wurde 19te in meiner Altersklasse. Und eins weiß ich genau, Hamburg 2018 wird nicht mein letzter gewesen sein 🙂

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